Die fünfteAusstellung der Reihe "IM DIALOG" fand vom 1. Juni bis 31. August 2004 unter der Schirmherrschaft des Hessischen Ministers für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, in der Stadtkirche statt. Gezeigt wurden Halbfiguren und Reliefs des Schweizer Bildhauers Hans Josephsohn.

ZUM KÜNSTLER
HANS JOSEPHSOHN, 1920 in Königsberg (Ostpreussen) geboren. Nach dem Abitur, im Herbst 1937, verließ er im Januar 1938 mit 17 Jahren seine Heimat, um in Florenz Kunst zu studieren. Seiner jüdischen Abstammung wegen musste er auch Italien im Sommer 1938 wieder verlassen und in die Schweiz fliehen. 1939 kam er nach Zürich. Bis 1943, als er sein eigenes Atelier bezog, war er Schüler des Bildhauers Otto Müller. 1964 Erwerb des schweizerischen Bürgerrechts. Hans Josephsohn lebt und arbeitet in Zürich.

ZUM WERK
"Sucht man in der Schweiz nach einem Bildhauer, der Alberto Giacometti etwas zur Seite stellen kann, so ist in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts lediglich Hans Josephsohn zu finden. Der Reduktion auf die Körper-Linie im Raum antwortet die Körpergestalt als Masse, der Auflösung der Figur im schnellen Blick der Metropole die eher haptische Erfahrung des Leibes als schier unüberschaubares, sich immer neu in Schründen, Ausbuchtungen und Rundungen verlierendes Volumen." Gerhard Mack, NZZ 28.7.02

AUS DEM AUSSTELLUNGSBUCH
Sehr interessant und hoffentlich nicht die letzte Ausstellung der Dialog-Reihe. S.B. • Gut, dass so eine Ausstellung in der Stadtkirche zu sehen ist. G.Sch.-C. • Wie schön, moderne Kunst und Kirche! Danke für die Begegnungsmöglichkeit hier!! Aber ich brauche doch Hilfen zum Verständnis! M.T. • Herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft, erneut einem Künstler, der nicht jeden anspricht einen Platz einzuräumen. F. • Kann wenig damit anfangen! Es fehlt der „Funke“. B. • Massige Leiber aus wuchtig aufbereiteter Materie, lebendig gestaltete Bronzen anstelle von Chorgestühl in reich gegliederten Gestaltungsformen voller Ausdruckskraft! Weiter so mit Kunst im Kirchenraum! G.P. • Am besten gefallen mir die sich liebevoll zuneigenden Gestalten, die sich halten und stützen. Die massigen Kolosse bleiben mir fremd. H.M. • Sind die Glaubensbotschaften alle so wuchtig? Vielleicht im Kern; doch wo ist Platz für das Subtile, die Feinheiten des Dialogs? Dem Künstler sei Dank, dass er zum Grübeln darüber Anlass gibt. D.W. • Herzliche Grüße aus Karlsruhe, eine ermutigende Begegnung „Kirche und Kunst“ – vielleicht geht’s einmal weiter über die regionalen Grenzen nach Bad. Württ./Elsaß. Im vorigen Jahr lief etwas holprig der Diskurs dort an. B.E.-W. • Grobklotzig, massig, ungestalt – uninteressant und uninspiriert! Was will uns der Künstler mit diesen „Werken“ sagen? Vielleicht, macht euch selber ein Bild oder, ich hab in Gottes Urbrei gegriffen und ein bisschen gerührt! Tut mir leid, ich bin nicht berührt, diese Plastiken lassen mich total kalt, sie sprechen mich in keinster Weise an! Das einzige, was hier gelungen ist, ist die materiale und farbliche Anpassung an den Raum, die „Kunstwerke“ an sich sind leblos und nichtssagend!!! O.L. • Ob solche Plastiken oder was auch immer es sein mag hier richtig sind bezweifele ich hiermit sehr. Weder Kunst noch Stil hat dies hier, was der „Künstler“ uns antut. A.A. • Viel Kunst, viel Stiel. s.o. G.W. • Gut. Gut, hier zu sein, zu sehen, tasten, fühlen, empfinden können. Raum und Licht zu verschiedenen Zeiten im Dialog mit den Kunstwerken zu erleben – gut. Sehr gut. H.O. • Wunderbar: ein Gotteshaus, das den „Dialog erleben“ lässt. E.B. • Diesen Satz kann ich mitempfinden. Kunst ist für mich Kunst, wenn es mich anregt, mir Gedanken zu machen und in mir Emotionen wachruft. Das ist dem Künstler Josephsohn gelungen. Ch.G.O. • Ich schätze diese Arbeiten sehr. J.B. Kunst? • Ich habe keine Kunst gesehen! K.B. • Lasst uns doch nicht mit diesen Werken allein! Eine Kurzzusammenfassung eines Werkes an dem Werk befestigt, könnte dem befremdeten Betrachter moderne Plastik erschließen. So sind es nur dumpfe Lehmansammlungen, anthropomorph manchmal und sprechen nicht die Sprache, die ich verstehen kann. Gebt uns eine kleine Kurzübersetzung, bitte. Danke. F.R. • Über diese Ausstellung sollte man ernsthaft nachdenken! R.K. • Grässlich und hässlich muss es nicht unbedingt sein, um sich „Kunst“ nennen zu dürfen. Im alten Griechenland war z.B. das Wahre, Schöne und Gute der höchste Wert, der sich wie selbstverständlich auch in der Kunst widerspiegelte. A.P. • Was soll das hier? C. Kalte Menschenfragmente mit rauen Oberflächen im Dialog mit Gott und der Obrigkeit: Gibt es unter der rauen Schale ein friedvolles Herz, mit dem ein Gespräch möglich und nutzbringend wird – heute und in alle Ewigkeit? H.A. • 2.Besuch der Josephsohn-Austellung – heute sind mir die Reliefs näher. R.H. • Sehr beeindruckend, dieser Dialog! D.W.

Fotos © Joachim Efinger, Stuttgart

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