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Gottesdienst am Sonntag, 15. März 10.00 Uhr
Nachfolge - von Vergangenheit frei machen
Othello, William Shakespeare

»Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes"«(Lk.9,62).

Der Verrat durch seinen Jünger Judas ist der Anfang von Jesu Leidensweg. Kann das mit Jagos Verrat und Othellos Weg zu tun haben? Was bedeutet »Nachfolge«? Ist alten tradierten Pfaden nachzufolgen immer richtig? Wann müssen wir neue Wege finden und sie auch gehen? Können wir uns frei machen von den Bindungen an die Vergangenheit, an unsere Geschichte, die von kolonialer, und patriarchaler und rassistischer Macht und Gewalt durchzogen ist?


Karoline Hoefer
ist Theaterwissenschaftlerin und Dramaturgin. Drei Spielzeiten war sie am Schauspiel Hannover engagiert. Von 2011 bis 2013 war sie Dramaturgin am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Seit 2017 ist sie Schauspieldramaturgin am Staatstheater Darmstadt. Hier betreute sie u.a. »Sieg Gottes«, »Ein Menschenfeind«, »Die Dreigroschenoper«, »Moby Dick« und »Othello«. Mit ihrer Familie lebt sie im Johannesviertel.

Liturgie: Karsten Gollnow
Musik: Uwe Mattes, Staatsorchester Darmstadt

Othello, William Shakespeare
19.3./ 5.4./ 16.5. Staatstheater
William Shakespeares Tragödie »Othello« kreist um Macht und Gewalt, um Hass und Liebe. Vor allem verhandelt das Stück die Konflikte einer mächtigen weißen Männer-Gesellschaft gegen den Titelhelden, einen erfolgreichen schwarzen Söldner-General.
Jago täuscht seinen Vorgesetzten Othello, getrieben von Neid und rassistischem Hass. Das Gift von Jagos Intrige und seine diffamierende Sprache verbreiten sich immer weiter, bis Othello isoliert steht, den freien Blick verliert und glaubt, dass seine geliebte Frau Desdemona ihn betrügt. Auf seiner Mission unter der Sonne Zyperns, auf die ihn sein Fürst schickt, verzerren sich Wahrheit und Wahrnehmung immer mehr: Im Intriganten Jago sieht Othello einen Vertrauten, im loyalen Cassio den Betrüger, in der treuen Desdemona eine Hure. Je mehr die beidseitige Liebe, die dem Kriegshelden in einer Gesellschaft voller Vorurteile gegen ihn einen Halt gab, ihre Unbedingtheit verliert, umso mehr verstrickt sich Othello in einen Wahn. – Muss er darin schuldig werden? –
Regisseur Gustav Rueb befragt den über 400 Jahre alten Klassiker hier und heute auch danach, wie zwangsläufig scheinbare Gesetzmäßigkeiten in dieser Männer-Welt ablaufen müssen.

Musikalische Gestaltung am Sonntag, 15. März
Uwe Mattes, Schlagzeug

Programm:
Nebojsa Zivkovic Suomineito
Mark Glent worth Blues for Gilbert
Michael Lang Phillis
Uwe Mattes ist seit 2017 Schlagzeug-Student an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. Er gewann in seiner Jugend zahlreiche Preise bei »Jugend musiziert« und auch den »Iris-Marquardt«-Wettbewerb. Er war Mitglied des Bundesjugendorchesters und ist seit 2018 auch Schlagzeuger bei der Jungen Deutschen Philharmonie. Meisterkurse führten ihn zu Raphael Haeger von den Berliner Philharmonikern: in der Saison 2019/ 20 ist Uwe Mattes Praktikant / Akademist im Staatsorchester Darmstadt.