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 191121 Schneider Schmidt

Olaf Schmidt
Von Leipzig bis in die Harems Konstantinopels: Ein opulenter historischer Roman über die Welt und Weltpolitik des Barock und das abenteuerliche Leben des Johann Jacob Bach, Oboist des Königs von Schweden und älterer Bruder von Johann Sebastian Bach.
Der frühe Tod der Eltern lässt Johann Jacob Bach mit seinem jungen genialischen Bruder Johann Sebastian als Waisen zurück. Gemeinsam wachsen sie auf und werden zusammen ausgebildet. Schneller noch als alle anderen der weitverzweigten Musikerfamilie Bach sichert sich Johann Sebastian eine einträgliche Kantorenstelle – Johann Jacob dagegen schert aus: Er zieht als wandernder Musikant durch die Lande, trifft Händel, Telemann und andere, wird Mitglied des Collegium Musicum in Leipzig. Bis ihn die weltpolitischen Umwälzungen erfassen, die damals ganz Europa erschüttern: Der tollkühne schwedische Abenteurerkönig Karl XII. erobert große Teile Mitteleuropas. Auch Sachsen ist besetzt – und durch eine Fügung des Schicksals verschlägt es Johann Jacob als Regimentsmusiker in dessen Leibgarde. So gerät er mit auf dessen Russlandfeldzug, der nach sagenhaften Anfangserfolgen in russischen Weiten und Wintern scheitert und in der verheerenden Schlacht bei Poltawa endet, bei der die ausgehungerte schwedische Armee fast vollständig vernichtet wird und der verletzte König Karl und seine Leibgarde sich nur mit Müh und Not retten können – in die Türkei, wo der macht- und mittellose Karl auf Vergeltung sinnt und seine Depressionen mit Musik zu heilen sucht; und wo der Musiker Johann Jacob Bach neue musikalische Welten entdeckt.

 

Peter Schneider
schrieb Erzählungen, Romane, Drehbücher und Reportagen, Essays und Reden. U.a. »Lenz« (1973), »Rebellion und Wahn« (2008), »Der Mauerspringer« (1982), »Die Lieben meiner Mutter« (2013) und »Club der Unentwegten« (2017).
Zu Lebzeiten war er eine Berühmtheit, heute zählen seine Kompositionen zu dem meistgespielten weltweit. Zuvor aber war Antonio Vivadis Werk bis zu seiner Wiederentdeckung vor 100 Jahren komplett vergessen. In seinem virtuosen Roman erzählt Peter Schneider die Geschichte des musikalischen Visionärs und begnadeten Lehrers. Venedig im frühen 18. Jahrhundert: Korruption und Prostitution grassieren, der Karneval spiegelt die dekadente Gesellschaft, auf den Bühnen wird gerade die Oper als Massenspektakel erfunden. Und mitten drin: ein rothaariger Priester namens Vivaldi, unterwegs zu seiner eigentlichen Bestimmung. Schneider begibt sich auf die Spur des Komponisten: Sein ganzes Leben lang hat der »prete rosso« an einem Waisenhaus gearbeitet und aus den musikalisch begabten Mädchen das erste Frauenorchester Europas geformt. Für sie schrieb er einen großen Teil seiner Konzerte, mit ihnen brachte er sie zur Aufführung. Er zeigt Vivaldi als Mann einer Zeit, der sich gegen die Verdächtigungen der Kirche, aber auch gegen seine eigenen Versuchungen zu behaupten hat. Seine »amicizia« mit der jungen Sängerin Anna Girò wird zum Stein des Anstoßes und zur Quelle seiner Inspiration. »Vivaldi« ist der »Roman eines Lebens« und eine brillante essayistische Annäherung an einen großen Komponisten in seiner Bedeutung für uns heute.

Karten: (Doppellesung) 10 Euro zzgl. VVK-Gebühr. Schüler/Studenten: 6 Euro zzgl. VVK-Gebühr.

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