In Zusammenarbeit mit „BLICKACHSEN 8", zeigt IM DIALOG XI, vom1. Juli bis zum 31. August 2011, vier Arbeiten des Engländers David Nash.Unter dem spätgotischen Netzrippengewölbe des Stadtkirchenchores und in der historischen Turmhalle, treten Nashs Skulpturen in einen spannungsvollen Dialog mit dem Figurenensemble der Stadtkirche treten. Insbesondere mit dem raumbeherrschenden Epitaph, das Landgraf Georg I. 1587 für seine früh verstorbene Ehefrau Magdalena errichten ließ und das lebensgroß das Landgrafenpaar präsentiert.

David Nash, 1945 in Esher (Surrey) geboren, ist seit 1999 Mitglied der Royal Academy of Arts. 2004 wurde er mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. 1967 ließ er sich in Nord Wales nieder, wo er bis heute lebt und arbeitet. Nash, dessen Arbeiten in zahlreichen bekannten Museen der Welt stehen, gilt als ein wichtiger Vordenker und Akteur der Land-Art. Sein bevorzugtes Material ist Holz, meist handelt es sich um umgestürzte Bäume, die er aus der ganzen Welt zusammenträgt und mit verschiedenen Werkzeugen, insbesondere mit Sägen und Äxten bearbeitet. Unter Berücksichtigung der natürlichen Struktur des Holzes arbeitet Nash aus den massiven Baumstämmen nicht nur die geometrischen Basisformen Kubus, Kugel und Pyramide heraus, sondern auch Archetypen wie Boot, Thron und Kreuz sowie Naturformen wie Ei, Spirale und Samenkorn. Außerdem karbonisiert David Nash sein Material mit Feuer und verwandelt somit den ursprünglich organischen Werkstoff in einen mineralischen.
In seiner Kunst verfolgt Nash durchaus aktuelle Tendenzen der jeweiligen Zeit, vieles aber ist inspiriert durch die Schönheit seiner Wahlheimat Wales mit ihren ausgedehnten Wäldern. Für ihn bilden künstlerisches Arbeiten, die Natur und das Leben eine untrennbare Einheit. Er widmet sich vorrangig dem Holz und auch seine Bronze- und Eisengüsse entwickeln sich meist aus Arbeiten in Holz. Er lotet die Sprache seines Materials aus und lässt sie in seine Werke einfließen – die Zerbrechlichkeit zarter Ästchen, die Massivität ganzer Stämme, die Eigenheit, dass Holz arbeitet und reißt, die Stabilität, die es vermitteln kann.

Aus dem Ausstellungsbuch

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. N.N. · Es ist eine Schande, für so etwas Geld zu zahlen, von den Steuergeldern, was soll der Schrott darstellen. Man sollte dies Zeug verbrennen. N.N. · Wenn einer so etwas nicht versteht, sollte er still beiseitetreten. H.D. · Die Stelen zeigen mir eindrucksvoll die Brüchigkeit des Lebens. H.S. · Die wunderbaren Skulpturen passen so gut in diese Kirche. Die „kegelförmige“ zentral zu den anderen, sollte die Kirche erwerben & stehen lassen. B.E. · Kunst und Kirche, Kunst und der lebendige Gott gehören für mich zusammen. Gott, danke, dass Du lebst. Du bist der Schöpfer, der Künstler überhaupt. Danke für jedes Kunstwerk Mensch, den Du geschaffen und bejaht hast. Ich staune und beuge mich vor Dir. E.S. · Wunderbar! O.G. · Sehr schöne Ausstellungsstücke. Ich hätte nicht gedacht, dass auch andere auf solche Ideen kommen. N.N. · Ein großer Künstler! M.L. · Großer Fleiß, aber und nicht nur, die Natur leidet. W.G. · Schön, dass die Stadtkirche nun noch einen künstlerischen Anziehungspunkt hatte. David Nash’s Statuen strahlen/strömem Ruhe aus. G.R. · Genial einfach und deshalb einfach genial – diese Skulpturen von Nash. R.R. · Im Einfachen lag schon immer das Besondere. Danke. B.S. · Schöne Atmosphäre für Plastiken. Nash’s Statuen könnten mehr Wachstum zeigen: statt 6:5:4:6 etc. den Goldenen Schnitt. H.V. · Die Skulpturen von D. Nash haben wohl eine Wahl-Verwandschaft mit Bachschen Fugen. Was braucht man mehr?! Herzlichen Dank. C.A. · Für mich ist der Baum nicht tot. Er lebt, verwandelt in eine andere Gestalt, weiter. R.A. · Da tut mir ja das Herz weh! Wie haben sie dich baum zerschnitten. Wie stehst du fremd und sonderbar. Wie hast du tausendfach gelitten, bis nichts an dir Trotz und Wille war (H.Hesse) N.N. · Sehr schöne Arbeiten W.H. Abgestorbenes zum Leben erweckt. M.R. · Was für eine Kunst! Mit Hingabe und Demut präsentiert! Ein Hoch auch auf die „Kirchenkeute“, die dies ermöglichen. It moves me to tears. S.G. · Das einzige, was mir bleibt: niederknien… Diese Skulpturen rühren mein Herz. Dieser Platz ist perfekt für das, was in dieser Kunst schwingt! Danke M. · Quelle belle inégration des oeuvres de David Nash à l’église. P. · Schön das Spiel der freien Assoziationen, das diese Skulpturen zulassen! Das frei flottierende Baumeln der Seels ist der Kern des Religiösen. Es kann alle die verbinden, die Werte und das Wesen der Dinge machen, auf welchen Wegen auch immer. Dies ist es, was unsere Zeit am nötigsten braucht, um heilen zu können! Ein Ort der Begegnung. B.L. · Diese Skulpturen symbolisieren die Vielfalt des Lebens. J.M. · Red Throne reizt mich, ihn näher zu betrachten. Leider steht er um 13.30 Uhr so ungünstig, dass man selbst aneinem Regentag vom Gegenlicht sehr beeinträchtigt ist. Schade! J.G. · Thank you, Mr Nash! H.K. Eine tolle Konfrontation zwischen Holz – Natur – Gestaltung und grauem, sittenstrengen Protestantismus. J.H. · Weiter so! H.+J.V.

Fotos: Renate Deckers-Matzko  © Stadtkirche Darmstadt

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