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»Ohne Lügen würden alle Familien untergehen. Und auch alle Staaten.«

Das kalte Blut erzählt die Geschichte zweier deutschbaltischer Brüder im Strudel des 20. Jahrhunderts, ein Drama von Verrat und Selbstbetrug, das von Riga über Moskau, Berlin und München bis nach Tel Aviv führt. Hub und Koja Solm sind einander in aufrichtiger Bruderliebe zugetan: strahlend-extrovertiert der ältere, empfindsam der jüngere. Koja möchte wie sein Vater als Künstler leben, doch politische Umbrüche und finanzielle Sorgen machen ihm einen Strich durch die Rechnung. Und so lässt sich Koja in den
dreißiger Jahren von seinem großen Bruder Hub in die NS-Bewegung in Lettland und später in Berlin hineinziehen. Beiden Brüdern gemeinsam ist die leidenschaftliche Liebe für ihre Adoptivschwester Ev. Als sich herausstellt, dass Ev jüdische Wurzeln hat, kann Koja, inzwischen Obersturmführer der SS, sie vor der Vernichtung bewahren.
Nach dem Krieg und seiner Rückkehr aus sowjetischer Gefangenschaft muss sich Koja neu erfinden und verstrickt sich als Doppelagent immer mehr in Verrat und Lüge. Selbst Ev gegenüber, mit der er nach Israel zieht und die nur noch eines will: die reine Wahrheit über die Täter von damals zu Tage fördern.

Chris Kraus ist Filmregisseur, Drehbuchautor und Romancier. Seine Filme wurden vielfach ausgezeichnet, »Vier Minuten« mit Monica Bleibtreu und Hannah Herzsprung gewann 2007 den Deutschen Filmpreis als bester Spielfilm. Sein neuer Film, die Tragikomödie »Die Blumen von gestern« kommt im Januar 2017 ins Kino.

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